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18.05.26' vJfJ du schreibst von flut, und seitdem verhält sich die nacht…

18.05.26'

vJfJ

du schreibst von flut, und seitdem verhält sich die nacht anders zu mir.

als hätte jemand wasser in die wände gegossen, als würden die zimmer langsam tiefer atmen, sobald dein name darin fällt.

ich frage mich manchmal, ob entfernung wirklich aus kilometern besteht oder nur aus menschen, die zu laut urteilen.

er wusste nicht, dass menschen sich auch aus der ferne überschwemmen können. wusste nicht, dass ein einzelner name genügt, um ganze nächte unter wasser zu setzen.

denn zwischen uns passiert , was nur im dunkeln sein eigenes gewicht verliert.

schwerelosigkeit vielleicht. oder dieses lautlose sinken, wenn ich nachts wachliege und mir vorstelle, deine gedanken würden zur selben zeit an meine türen treiben wie gezeiten.

du trägst meinen namen wie schiefe wörter aus einem alten schulheft, noch unsicher zwischen linien und Rand.

ich glaube, ich trage deinen wie meerwasser: dursichtig und unbemerkt zuerst, bis alles nach ihm schmeckt und selbst erinerungen einen Salzrand bekommen.

und manchmal fühlst du dich nicht echt für mich, sondern wie etwas, das nur kurz erscheint <> wie ein spiegel aus mondlicht auf dem wasser, der verschwindet, sobald man sich zu sicher ist.

vielleicht existieren wir wirklich nur in träumen, in unsicheren nachrichten, im kurzen zögern bevor man spricht, im schlaf zwischen zwei orten.

aber jede nacht kehrt deine flut zurück.

und jede nacht lasse ich mich wieder treiben, als gäbe es irgendwo unter all diesen Wellen einen ort, an dem wir uns nicht mehr über wasser halten müssen, sondern uns der flut vollständig überlassen können