Der Moment vor dem Ausbruch
Wie sehr willst du mich noch leiden sehen?
Warum verstehst du nicht,
dass ich einfach nur Ruhe will —
und trotzdem gehst du genau gegen das,
was mir diese Ruhe geben würde.
Du begreifst nicht,
dass du mich nicht mehr so formen kannst,
wie es dir passt.
Aus diesem Muster
bin ich längst herausgewachsen.
Denn das, was ich bin,
und das, was du aus mir machen willst,
sind zwei völlig verschiedene Dinge.
Man sagt:
„Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt,
sondern durch Arbeit und eigene Leistung.“
Aber das hast du nie verstanden.
Du bringst mir nur noch
Wut,
Rage,
einen Jähzorn,
den ich nie wieder in mir sehen wollte.
Und trotzdem tust du so,
als würde dich nichts davon interessieren.
Als wäre nie etwas passiert.
Doch tief in dir drin
weißt du,
dass es falsch war.
Du weißt,
dass genau das
der Grund für meinen Vulkanausbruch war.
Nein —
es war nie so,
wie du es dir immer ausgemalt hast.
Schon damals sagte man über mich:
Wenn ich rot sehe,
ist die Hölle los.
Und das hat sich bis heute
nicht verändert.
Trotzdem versuchst du immer wieder,
mich „abzuhärten“.
Als hätte ich das alles
noch nicht längst durchlebt.
Ich bin härter geworden
als jeder Stein,
den du je gesehen hast.
Kälter
als jeder Winter,
den du je erlebt hast.
Und trotzdem glaubst du noch immer,
dass hinter dem,
was du mir antust,
ein Sinn steckt.
Ein Zweck.
Doch du siehst nie
den Schmerz,
den du dabei hinterlässt.
Nie das,
was deine Taten
in mir auslösen.
Und so gehst du weiter.
Immer weiter.
Bis ein Mensch irgendwann
nicht mehr kämpft,
nicht mehr schreit,
nicht mehr erklärt —
sondern einfach
verstummt.
M