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Die Mauer zwischen uns

Die Mauer zwischen uns
Du siehst mich an,
ich blicke in deine Augen –
doch in ihnen liegt nur Leere.

Und langsam begreife ich,
dass du nichts weiter siehst 
als eine leere Hülle.
Dass du mich nicht siehst,
sondern das Bild,
das du von mir brauchst,
damit es für dich einfacher ist.

Vielleicht habe ich dieses Bild selbst zu oft getragen,
weil es einfacher war,
als mich ganz zu zeigen.

Doch meine Worte erreichen dich nicht,
sie prallen an dir ab,
sie verhallen irgendwo zwischen uns
und obwohl alles in mir schreien will,
entkommt meinen Lippen nur ein winziger Seufzer.

Gesehen zu werden –
nicht von außen,
sondern von innen.
Mehr erwarte ich doch nicht.

Und doch schaffst du es nicht,
über die Mauer zu blicken,
die mich umgibt.
Eine Mauer, 
die nicht entstand, um dich auszusperren,
sondern um mich zu schützen.
Dir fehlt der Schlüssel,
der die Tür öffnen würde.

Doch ich habe dir diesen Schlüssel gegeben.
So oft. 
In so vielen Worten. 
In Blicken,
in Pausen,
in dem, was ich nicht gesagt habe und in dem, was ich dir längst offenlegte.
In Momenten, in denen ich hoffte,
dass du endlich stehen bleibst und hinsiehst.

Was muss ich dir noch geben,
damit du begreifst?
Kannst du nicht – 
oder willst du nicht?
Ist dieser Unterschied überhaupt noch wichtig,
wenn doch das Ergebnis dasselbe bleibt?

Ich fühle mich leer und doch übervoll.
Voll mit Gedanken, 
mit Emotionen, 
mit allem, was du niemals sehen wirst,
weil du nicht danach suchst.

Weil dein Blick nicht mir gilt,
sondern meiner Hülle.
Dem, was leicht zu greifen ist,
nicht dem, was wirklich ist.

Was du siehst, ist nur ein kleiner Ausschnitt
eines viel zu großen Ganzen.
Ein Bild ohne Risse,
in dem kein Schmerz vorkommt,
weil Schmerz unbequem ist.

Doch wann siehst du meine Gedanken, 
meine Wunden, 
meine Narben?
Die Spuren dessen,
was mich formte,
zu dem machte, was ich bin.

Ich habe dir doch alles gezeigt, 
mich entblößt,
mich geöffnet,
mich verletzlich gemacht.
All das, ohne sicher zu sein,
ob du mich halten würdest.

Und trotzdem 
verschließt du die Augen.

Vielleicht,
weil es einfacher ist,
nichts zu sehen,
als das,
was wirklich da ist.

Vielleicht,
weil diese Wahrheit Verantwortung trägt.
Und du dich entschieden hast,
wegzusehen.
Und so stehe ich hier,
gesehen –
und doch unsichtbar.